Melk

Lesung und Musik zum Gedenken: „Die größere Hoffnung“ in Melk

21.04.2026

Rückblick

Lesung und Musik zum Gedenken: „Die größere Hoffnung“ in Melk
KZ-Gedenkstätte Mauthausen/ Mona Erhart

Am 21. April 2026, dem 82. Jahrestag der Ankunft der ersten 500 Häftlinge im KZ Melk, fand in der Tischlerei Melk eine Lesung mit Musik statt. In Kooperation mit dem Verein Merkwürdig wurde Ilse Aichingers Roman „Die größere Hoffnung“ in einer Hörspielfassung von Anne Bennent präsentiert.
Nach einer Einführung von Alexander Hauer näherte sich der Abend einem der bedeutendsten Werke der österreichischen Nachkriegsliteratur. Aichingers Text, inspiriert unter anderem durch die Ermordung der Geschwister Scholl, erzählt aus der Perspektive eines Kindes von Verfolgung, Angst und Hoffnung. Die poetische, oft absurde Sprache verbindet dabei Tragik und leise Ironie.
Anne Bennents Stimme wurde von Otto Lechner am Akkordeon und Peter Rosmanith (Percussion) begleitet. Die Musik ließ der Sprache bewusst Raum und setzte zugleich emotionale Akzente. Für Lechner, dessen Vater selbst im KZ Melk inhaftiert war, bedeutete die Musik eine Form der Hoffnung, die sich nicht rational erklären lässt.
Auch biografische Hintergründe Aichingers wurden thematisiert: Ihre Trennung von der Zwillingsschwester während der NS-Zeit spiegelte sich beispielsweise symbolisch im Bühnenbild wider.
Der Abend verband Literatur, Musik und Erinnerung und schuf einen sensiblen Zugang zur Geschichte des Ortes.