Melk

Digitales 3D-Modell des KZ-Außenlagers Melk vorgestellt

21.04.2026

Digitales 3D-Modell des KZ-Außenlagers Melk vorgestellt
Am Dienstag, den 21. April, wurde in der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt ein digitales 3D-Modell des ehemaligen KZ-Außenlagers Melk präsentiert. Rund 50 Besucher*innen nahmen an der Veranstaltung teil. Das Projekt entstand im Rahmen einer Diplomarbeit von Schülern der IT-HTL Ybbs in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Melk.
Ausgehend von einem analogen Modell entwickelten die Schüler eine digitale Version, die künftig über die Website www.melk-memorial.org online zugänglich sein wird. Ziel ist ein möglichst präzises, nachvollziehbares Modell, das insbesondere für Schulen und die Öffentlichkeit nutzbar ist. Eine integrierte Zeitleiste macht zudem die baulichen Veränderungen vom Bau der Kaserne 1913 bis in die Gegenwart sichtbar.
Die projektverantwortlichen Schüler – Lorenz Zettl, Niklas Wurzer, Hannes Leonhartsberger und Richard Waglechner – investierten jeweils rund 180 Arbeitsstunden in das Projekt. Unterstützt wurden die vier durch ihre Lehrer Christian Hammer und Johann Burgstaller.
Grundlage bildeten historische Pläne, Fotos und insbesondere die Aufzeichnungen des Melk-Überlebenden Jean Varnoux. Die darin enthaltenen Daten wurden ausgewertet und in ein 3D-Modell (mit dem Programm Blender) übersetzt. Parallel dazu wurde eine Website entwickelt, um das Modell im Browser zugänglich zu machen.
Auch die historische Einordnung war durch den Koordinator des Projekts Wolfgang Fehrerberger und die Expertise von Christian Rabl von Seiten der KZ-Gedenkstätte gegeben: Am 21. April 1944 trafen die ersten 500 Häftlinge aus Mauthausen in Melk ein. Das Lager bestand bis zu seiner Räumung im April 1945 etwa ein Jahr. Seine Gründung stand im Zusammenhang mit der Rüstungsproduktion für die damalige Steyr-Daimler-Puch AG.