"Steine der Erinnerung"

Paula, Elisabeth Susanne und Ernst Porges lebten bis zu ihrer Vertreibung im Herbst 1938 in Melk. Foto: USHMM
Paula, Elisabeth Susanne und Ernst Porges lebten bis zu ihrer Vertreibung im Herbst 1938 in Melk. Foto: USHMMPaula, Elisabeth Susanne und Ernst Porges lebten bis zu ihrer Vertreibung im Herbst 1938 in Melk. Foto: USHMM

Die Geschichte der Melker Bürger:innen jüdischer Herkunft, ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Stadt, ihre Marginalisierung, Enteignung, Vertreibung und Vernichtung sind in der Stadt Melk heute fast vollständig in Vergessenheit geraten. Die bislang erste und einzige Auseinandersetzung mit dieser Thematik fand in Melk im Jahr 2002 im Rahmen einer vom Kultur- und Museumsverein gestalteten Ausstellung unter dem Titel "Melk 1938 - 1945. Nationalsozialismus in einer Kleinstadt" statt. Inzwischen liegen zahlreiche neue Quellen vor bzw. wurden seitens des ZHZ Melk in den letzten beiden Jahren umfangreiche Recherchen zum Thema durchgeführt.

Obgleich einige jener Häuser, in denen diese Jüdinnen und Juden meist über mehrere Jahrzehnte lebten, heute noch erhalten und baulich defacto unverändert geblieben sind, kennt in der Melker Bevölkerung heute kaum noch jemand die Namen dieser Menschen. Im Herbst 1938 waren sie gezwungen gewesen, ihr Hab und Gut zu verkaufen, die Stadt zu verlassen und schließlich wurden sie Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie in osteuropäischen Mordstätten.

Ziel dieses Projekts ist es, die Namen und Schicksale dieser Menschen wieder in die lokale und regionale Erinnerung zu bringen, sich gemeinsam mit Schüler:innen aus der Region ihren Biografien anzunähern und schließlich ihnen ein dauerhaftes Gedenken zu bewahren. Zu diesem Zweck sollen in der Stadt Melk im Herbst 2021 mehrere „Steine der Erinnerung“ gesetzt werden, wozu auch bereits im Vorfeld die Zustimmung der Stadt Melk für die Verlegung der Steine auf öffentlichen Verkehrsflächen eingeholt worden ist.