Projekt MenschenLeben

Hier im Bild: der Manker Alois Will in jüngeren Jahren ... für unser MenschenLeben-Interview im Sommer 2020 hat er das abgebildete Motorrad (immer noch funktionstüchtig) aus der Garage geholt.Hier im Bild: der Manker Alois Will in jüngeren Jahren ... für unser MenschenLeben-Interview im Sommer 2020 hat er das abgebildete Motorrad (immer noch funktionstüchtig) aus der Garage geholt.

Seit 2020 ist das ZHZ Melk Kooperationspartner des Interviewprojekts "MenschenLeben" der Österreichischen Mediathek. Dabei handelt es sich um eine Sammlung lebensgeschichtlicher Erzählungen, die 2009 gegründet wurde und inzwischen mehr als 1.600 Interviews beinhaltet. Geführt werden die lebensgeschichtlichen Gespräche nach der sozialwissenschaftlichen Methode des "narrativen Interviews" (nach Fritz Schütze). Unsere beiden in der Methode geschulten Interviewerinnen, Melanie Grubner und Christina Kandler, haben im vergangenen Jahr sieben lebensgeschichtliche Interviews mit Menschen aus Melk, Mank, St. Pölten, Bischofstetten, Loosdorf und Kirnberg geführt. Hier können Sie jeweils kurze Biografien der bislang interviewten Menschen downloaden und finden außerdem die Links zu den kompletten Audio-Interviews:

Theresia Wawra

Ein Interview vom 29.09./01.10.2020 von Melanie Grubner
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Geboren 1924 in Leiben (Niederösterreich) lebt Theresia Wawra, geborene Mosgöller, seit den 1930ern in Melk. Sie besuchte Volks- und Hauptschule und machte anschließend die Lehre zur Baukauffrau beim Melker Baumeister Sdraule. Im Rahmen des „Reichsarbeitsdienstes“ arbeitete sie ein Jahr lang in unterschiedlichen Positionen. 1944-1945 befand sich in Melk ein Außenlager des KZs Mauthausen, zu dieser Zeit arbeitete Wawra am Arbeitsamt in Melk. Später arbeitete sie wieder – bis zu ihrer Pensionierung – beim Baumeister, heiratete einen Schneider und bekam Zwillinge. Heute ist Theresia Wawra Witwe und Pensionistin.

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Theresia Wawra

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Theresia Wawra (in vier Teilen).

  

Hans Morgenstern

Ein Interview vom 23.09.2020 von Christina Kandler
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Geboren 1937 in St. Pölten (Niederösterreich) lebt Hans Morgenstern noch heute als „letzter Jude“ in der Landeshauptstadt. Von den Nationalsozialisten vertrieben wanderten seine Eltern 1939 mit ihm nach Palästina aus, wo er die nächsten acht Jahre lang in einem Vorort Tel Avivs lebte. Ende 1940er zurückgekehrt begann Hans später ein Medizinstudium in Wien und eröffnete eine Praxis für Dermatologie in St. Pölten. In seiner Freizeit ist er viel und gerne gereist und beschäftigte sich mit jüdischen Biografien. Hans lebt heute als Pensionist in St. Pölten und ist gerngesehener Gast in den städtischen Kaffeehäusern.

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Hans Morgenstern

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Hans Morgenstern (in drei Teilen).

  

Erich Lackner

Ein Interview vom 08.09.2020 von Christina Kandler
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Geboren 1929 in Loosdorf (Niederösterreich) lebt Erich Lackner nach wie vor in der Marktgemeinde. Er machte eine Lehre zum Friseur, schnitt während der Besatzungszeit auch russischen Soldaten die Haare und übernahm später den Friseursalon seines Vaters. Lackner ist verheiratet und hat drei Kinder. Noch heute schneidet er seinen Stammkund*innen die Haare und denkt nicht ans Aufhören.

 Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Erich Lackner

 Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Erich Lackner (in drei Teilen).

  

Anna Berger

Ein Interview vom 27.08.2020 von Melanie Grubner
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Geboren 1927 in Pöchlarn (Niederösterreich) wohnt Anna Berger, geborene Zeitlhofer, heute in Bischofstetten. Sie wurde in eine Arbeiterfamilie geboren und erlebte eine entbehrungsreiche Kriegskindheit. Nach ihrem Hauptschulabschluss arbeitete sie auf Bauernhöfen oder als Hausmädchen. Im letzten Kriegsjahr arbeitete sie gemeinsam mit KZ-Häftlingen aus dem KZ Melk bei der Steyr Daimler Puch AG in der Stollenanlage Roggendorf bei Loosdorf. Später hat sie geheiratet, vier Kinder bekommen und weitergearbeitet. Anna Berger ist heute Pensionistin und Witwe.

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Anna Berger.

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Anna Berger (in vier Teilen).

  

Maria Lebhart

Ein Interview vom 17.08.2020 von Melanie Grubner
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Geboren 1934 in Mank (Niederösterreich) wohnt Maria Lebhart, geborene Will, seit den 1950ern in Kirnberg an der Mank. Sie verbrachte eine Kriegs- und Nachkriegskindheit mit drei Geschwistern. Als 11-Jährige erlebte Maria wie eine Kolonne von rund 200 KZ-Häftlingen auf einem Evakuierungsmarsch Richtung Mauthausen bei ihrem Elternhaus übernachtete. Von diesen KZ-Häftlingen wurden am nächsten Morgen drei erschossen. Neben Marias Elternhaus – das heute ihrem Bruder Alois Will (Link zur Kurzbiografie von Alois Will) gehört – befindet sich seit 2010 ein Mahnmal, das an die Ermordeten erinnert. Lebhart besuchte Volks- und Hauptschule in Mank, heiratete auf einen Bauernhof in den Nachbarort und bekam vier Kinder. Heute ist sie Pensionistin und Witwe.

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Maria Lebhart.

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Maria Lebhart (in sechs Teilen).

  

Alois Will

Ein Interview vom 12.08.2020 von Melanie Grubner
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Geboren 1941 in Mank (Niederösterreich) ist Alois Will heute noch dort wohnhaft. Er verbrachte eine Kriegs- und Nachkriegskindheit mit drei Geschwistern. Als Vierjähriger wurde er im April 1945 Zeuge einer Erschießung dreier KZ-Häftlinge vor seinem Haus. Will besuchte Volks- und Hauptschule in Mank, übernahm später den elterlichen Bauernhof und arbeitete als Buschauffeur. Er ist in vielen Vereinen aktiv und leidenschaftlicher Bergsteiger. 2010 errichtete er vor seinem Haus ein Mahnmal, das an die ermordeten KZ-Häftlinge erinnert. Alois Will ist verheiratet, hat drei Kinder und mehrere Enkelkinder. Er lebt als Pensionist mit seiner Frau nach wie vor in Mank. Alois Will ist der jüngere Bruder von Maria Lebhart, mit der ebenfalls ein Interview geführt wurde (Link zur Kurzbiografie von Maria Lebhart).

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Alois Will.

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek:

Interview Alois Will, Teil 1

Interview Alois Will, Teil 2

Interview Alois Will, Teil 3

Interview Alois Will, Teil 4

Interview Alois Will, Teil 5

  

Elisabeth Schmid

Ein Interview vom 02./08.07.2020 von Christina Kandler
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Geboren 1938 in Melk (Niederösterreich) lebt Elisabeth Schmid auch heute noch in der Bezirkshauptstadt. Als Tochter des Melker Bürgermeisters erlebte sie den Zweiten Weltkrieg nahe eines Konzentrationslagers hautnah mit. Später studierte sie in Wien und wurde Lehrerin. Sie ist sehr viel gereist und vielseitig interessiert. Heute ist Elisabeth Schmid Pensionistin.

Link zur Kurzbiografie mit Fotos von Elisabeth Schmid.

Link zu den Audiodateien des Projekts „MenschenLeben“ der Mediathek: Interview Elisabeth Schmid (in vier Teilen).