Mahnmal KZ-Haltepunkt Roggendorf

Zwischen 21. April 1944 und 15. April 1945 befand sich in der Melker Birago-Pionierkaserne ein KZ-Außenlager – das größte Mauthausen-Außenlager auf niederösterreichischem Boden. Binnen eines Jahres wurden rund 14.400 KZ-Häftlinge nach Melk überstellt, um unter dem Wachberg eine unterirdische Rüstungsfabrik für die Steyr Daimler Puch AG zu errichten. Mehrmals täglich wurden Häftlinge vom Lagerareal zum „Haltepunkt Melk“ getrieben, der sich einige hundert Meter östlich des heutigen Bahnhofs befand.

 Haltepunkt Melk - Gedenkplakat Menschenrechte.jpg

Am Standort des ehemaligen KZ-Haltepunkts Melk befindet sich heute ein Sportplatz. Dort wurde im Mai 2019 in Erinnerung an das Leider Melker KZ-Häftlinge ein großflächiges Plakat affichiert, welches den Artikel 1 der europ. Menschenrechtskonvention in 36 Sprachen beinhaltet, jenen Sprachen, welche die Melker Häftlinge sprachen und die sich auch beim Mahnmal Roggendorf wieder finden.

Beim Haltepunkt Melk wurden sie in Waggons verladen und zum „Haltepunkt Roggendorf“ transportiert. Von hier marschierten die KZ-Häftlinge in die Stollen, wo sie in 8-Stunden-Schichten im Vortrieb sowie ab Herbst 1944 bei der Wälzlagerproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Fast 5.000 Männer fielen der massiven Unterversorgung mit Nahrung, Bekleidung und Ausrüstung zum Opfer, starben bei schweren Unfällen im Stollen oder wurden – auch an den Haltepunkten – ermordet. 

Mahnmal Roggendorf Panorama seitlich.jpg

Das Mahnmal Roggendorf wurde Ende der 1990er-Jahre vom Landschaftsplaner Alfred Benesch ersonnen und erinnert an das Schicksal der KZ-Häftlinge, die in Roggendorf Zwangsarbeit leisten mussten: 24 Wacholderbäume (mythologisch Lebens-/Todesbaum, in dem sich die Seelen der Verstorbenen verstecken können) und Eichen begrenzen den ehemaligen KZ-Haltepunkt. Die Häftlinge kamen aus ganz Europa und darüber hinaus. Im Mai 2019 wurden ihre uns bekannten Muttersprachen – mindestens 37 – an den Stelen mit Plaketten sichtbar gemacht. Auf den 23 Holzstelen sind nun jene Muttersprachen zu lesen, welche die rund 14.400 Melker KZ-Häftlinge des Außenlagers Melk gesprochen haben - in Summe 36! Eine 37. Plakette ist allen nicht erfassten - namenlosen - Ermordeten gewidmet.

estnisch - rumänisch.jpg      hebräisch.jpg     spanisch - luxemburgisch.jpg